15. Röntgenlauf - Bericht von Frank Tabbert

Schon vor einem Jahr hatte ich mit dem Gedanken gespielt, meinen ersten Ultralauf zu bestreiten. Letzten Sonntag am 25.10. sollte es dann endlich so weit sein und der traiditionsreiche Röntgenlauf über den Röntgenweg rund um Remseid bot alles, was ein erster Ultra braucht. Eine angemessene Streckenlänge von 3 mal Halbmarathon (insgesamt 63,3 km), die Chance zum Ausstieg bei Marathon falls man sich doch übernommen hatte und ein landschaftlich reizvolles Profil was einen Ultra vom Kopf her wohl einfacher macht.
Ich war richtig aufgeregt und gespannt, was mich jenseits der 42,2 km erwarten würde, hatte aber auch ordentlich Respekt vor der ungewissen Erfahrung, als Fernziel hatte ich mir eine Zeit unter der 7 h Marke gesetzt – die Hauptsache war aber „ankommen“.
Beim Röntgenlauf, der sich in drei HM-Abschnitte aufteilt, werden die Strecken 21,1 km, 42,2 km, 63,3 km und eine 3×21,1 km Staffel angeboten. Alle 2500 Teilnehmer starteten gemeinsam, daher war auf dem ersten Drittel der Strecke auch recht viel los. Der erste Abschnitt ging deutlich bergab und ...

...man musste aufpassen nicht zu schnell unterwegs zu sein. Nach der Einführungsrunde durch die Altstadt von Lennep
dem  Geburtsort von Wilhelm Conrad Röntgen
ging es ab KM 4 in die schöne Landschaft, immer über den knapp 60 km langen Röntgen-Wanderweg. Ich hätte nie gedacht dass so viele Menschen an der Strecke wären. Ich lief nun inmitten vieler anderer Läufer durch das wunderschöne Bergische Land und die KM verflogen nur so, nach 2:15h war die erste Etappe , das HM Ziel , geschafft .
Nach einiger Zeit  hatte ich die Kilometerpunkte 25 und 30 passiert. An den Verpflegungsstellen alle 5 KM blieb ich entgegen anderer Wettkämpfe fast immer kurz stehen, um ausreichend zu trinken und Bananenstückchen mitzunehmen. Bei KM 35 kamen dann die ersten Zweifel denn die bei solchen Distanzen typischen Ermüdungserscheinungen der Muskeln fingen an , als Ostfriese ist man halt das bergische nicht gewohnt, speziell die steilen Anstiege. Dann sagte ich mir aber, dass ich ja noch nichts Besonderes geleistet hätte und auf jeden Fall nach 42,2 km noch weiterlaufen muss. Es folgte der schöne Streckenabschnitt oberhalb der Wupper, unter der Müngstener Eisenbahnbrücke hindurch und weiter durch den herrlichen Herbstwald der mich immer wieder an einen Crosslauf erinnerte, es war teilweise schon ziemlich matschig.
Nach 4:35h erreichte ich das Marathonziel , viele Zuschauer hatten sich eingefunden und feuerten jeden ordentlich an. Ich lief natürlich links Richtung „Ultra“, mir ging es ja gut.
Bei KM 53 gab es die nächste Verpflegung, hier hätte man sogar ein frisch gezapftes Bier nehmen können,  tat ich aber lieber nicht, weiter ging es an der Wuppertalsperre vorbei bis zum nächsten Verpflegungspunkt bei KM 58 dort wurden , man glaubt es kaum, Frikadellen , Bockwürstchen und Haribo angeboten. Ein Stück Würstchen könnte nicht schaden, also rein damit. Dazu noch der letzte Rest Dextro Energy Gel und ausreichend Wasser.  Nur noch 5km bis zum Ziel, ein Blick auf die Uhr – unter 7 h waren zwar nicht mehr drin aber ich müsste nur knapp drüber liegen.
Auch 63 Kilometer haben irgendwann ein Ende und so stand „nur noch“  ein knackiger Schlussanstieg rauf zum Start- und Zielortsteil Hackenberg an, wo dann auch mein erster  Ultra mit einer Endzeit von 07:08h zu Ende ging.
Glücklich angekommen im Ziel gab es  eine schicke Medaille als Belohnung für die Strapazen. Es wird sicherlich nicht der letzte Ultra gewesen sein – auch wenn der Muskelkater am nächsten Tag so heftig wie schon lange nicht mehr war.