Muskelkrämpfe (Newsletter von Peter Greif - www.greif.de)

Da waren sie wieder, diese lange vermissten Krämpfe. Eigentlich dachte ich, ich hätte diese Muskelquetschen aus meinem Organismus herausgejagt. Denn mein Training ist moderat angelegt und nur von einer Dauer von 1-1,5 Stunden.

Aber nun wird es wärmer und meine Form besser. Ich trainierte jetzt täglich auf dem Rad und merke, dass ich auch schneller werde. Die ersten Anzeichen waren Verkrampfung der Hände und dann nächtliche Muskelkrämpfe in den Beinen.

Nun weiß ich aber, dass man diese nicht bekommt, wenn man ausreichend Kochsalz zu sich nimmt. Warum sind sie jetzt plötzlich da? Die Erklärung ist, wenn es wärmer wird du mehr Schweiß verlierst und damit mehr Natrium (Hauptbestandteil des Kochsalzes) ausscheidest.

Plötzlich fiel mir ein, dass wir zum großen Teil in der Familie mit Pan-Salz würzen. Dieses hat den Vor- oder auch Nachteil, dass ein großer Anteil dieses Salzes aus Kalium besteht. Kalium ist auch wichtig für uns, die so genannte Kaliumnatriumpumpe enthält unseren gesamten Organismus aufrecht.

Das ist jetzt nicht das Entscheidende, nur fehlt durch das aufgenommene Pansalz ein Teil des normalerweise verzerrten Kochsalzes. Das ist im Winter gut, weil wir weniger schwitzen und damit nur geringe Mengen Natrium verlieren. Im Gegensatz dazu geht im Sommer eine Menge Natrium durch unseren Schweiß verloren und dieses müssen wir entsprechend ersetzen.

Dann kommt noch ein zweiter Faktor dazu, das ist der jetzt in dieser Jahreszeit stärkere Verzehr von Obst. Nun ist Erdbeersaison und wenn die heimischen angeboten werden, dann werden sie auch gegessen und das bei uns im Haushalt kiloweise. Dazu kommen andere Obstsorten, alle haben aus der jetzigen Sichtweise heraus den Nachteil, dass sie kaum Natrium mit sich führen.

Dann kann man zwei und zwei zusammenzählen: 1. vergrößerter Schweißverlust durch höhere Temperaturen, 2. geringere Natriumaufnahme durch Pansalz, 3. natriumarme Ernährung. Da muss ich mich nicht wundern, dass ich Krämpfe bekomme.

Und wie bekomme ich die wieder weg? Ich habe mal im Netz etwas gestöbert und fand auf der Webseite Triathlon.de einen Artikel mit dem Titel: "Muskelkrämpfe in Training oder Wettkampf: Was sind die Ursachen?"

Dort wird erst einmal über bestimmte Mineralienverluste geschrieben und dann auf "so genannte anekdotenhafte Berichte" hingewiesen, dass Natriummangel der Grund für diese Muskelkrämpfe sein könnte. Für Wissenschaftler sind anekdotenhafte Berichte, das was wir als Praxiserfahrung sehen.

Gott sei Dank wurde in dem Text darauf hingewiesen, dass wohl der Natriummangel der größte Faktor bei dem Auftreten von Muskelkrämpfen ist. Dort wird natürlich nicht darauf hingewiesen, dass man diese ganz schnell weg bekommt, wenn man etwas Kochsalz zu sich nimmt.

Stattdessen steht unter erste Hilfe bei Krämpfen beschrieben: "Doch was tun, wenn es zum Muskelkrampf kommt? Als effektive Sofortmaßnahmen werden passives Stretching der verkrampften Muskulatur, aktives Anspannen der Antagonisten der betroffenen Muskeln, Massagen, Ruhe und Kälteanwendungen empfohlen."

Einiges ist richtig, aber meist hilft es nur temporär. Andere Empfehlungen wie Massagen, Ruhe und Kälteanwendungen sind völlig praxisfern.

Du liegst nachts im Bett und deine Beinmuskeln verkrampfen, dass du die Schmerzen kaum aushalten kannst. Da kommst du nicht mehr zum Tiefgefrierer um dir eine Eispackung zu holen.

Darum will ich dir jetzt einmal einen Trick verraten, den du aber nur an deine besten Kumpels weitergeben solltest: Hast du Krämpfe in der Nacht, stehe sofort auf und gehe an den Küchenschrank, dort findest du meist ein Einschubgefäß mit Kochsalz oder auch einen Salzsteuer. Dann bist du schon fast gerettet.

Du nimmst eine Messerspitze davon, etwa 1 g und gibt sie in eine hohle Hand. Den Zeigefinger der anderen Hand steckst du ihn in den Mund, um ihm mit Speichel zu benetzen. Diesen Finger tupfst du auf das Salz, leckst ihn ab und das machst du fünf- bis achtmal.

Und du wirst sehen, deine Krämpfe verschwinden in Bruchteilen von Minuten. Der ganze Witz dabei ist, dass du schon beim ersten Kontakt des Salzes im Mund eine positive Reaktion in deinen Muskeln spürst. Meist beim fünften Mal Finger ablecken, lösen sich die Krämpfe komplett.

Ich bin immer wieder verwundert wie schnell das geht. Das ganze kann auch nicht über den Magendarmweg gesteuert werden, sondern es muss das Nervensystem sein, dass es schon im Mund blitzschnell erkennt, das dem Organismus jetzt Natrium zugeführt wird. Es ist einfach unglaublich mit welcher Schnelligkeit das Ganze passiert.

Höre nicht sofort auf mit dem Salz lecken, sondern mache noch drei bis viermal weiter, dann kannst du dich hinlegen und wirst die ganze Nacht Ruhe vor deinen Krämpfen haben. Wenn es nicht funktioniert bei dir, melde dich bitte. Denn bisher hat es noch bei jedem geklappt.

Auch bei anderen Personen, die nicht ich in unsere Szene gehören, das sind die übermäßigen Biertrinker, hilft dieses Verfahren. Diese wundern sich nämlich, wenn sie nach langen Stammtischabenden plötzlich im Bett liegend Krämpfe bekommen.

Hier liegt die Ursache darin, dass Bier kaum Natrium enthält und dieses damit noch aus dem Körper rausschwemmt. Und da passiert das gleiche, was bei uns Läufern nach Training unter hohen Temperaturen geschieht.

Diese Krämpfe behandelt man mit dem gleichen Verfahren der Salzlecke. Aber es gibt ja auch so Wirte, die stellen auf die Theke, an der meist die größten Suffköpfe sitzen, ein Schälchen mit Salzgebäck oder gesalzenen Erdnüssen.

Die Wirte haben natürlich im Hintergrund die Idee, dass durch das Salz der Durst ihrer Gäste noch mehr verstärkt wird. Sie werden aber in der Regel nicht wissen, dass sie ihren Kunden die nächtlichen Bierkrämpfe vorenthalten. Damit ein dreifaches Hoch auf unsere Wirte.